Villa Vauban Kunstmuseum, Luxemburg

Die historische Villa Vauban ist im Grüngürtel der Stadt zu finden und beherbergt seit 1959 die städtische Kunstgalerie. In 2002 beauftragte die Stadt Luxemburg 'Diane Heirend & Philippe Schmit Heirend architects S.à r.l. ein Konzept für eine zeitgemäße Renovierung und Erweiterung der Villa zu erarbeiten. 2010 wurden schließlich die Restaurierung der historischen Villa sowie ein neuer Erweiterungsbau erfolgreich beendet.

Die neue Villa Vauban – das Kunstmuseum der Stadt Luxemburg, das am 1. Mai 2010 wiedereröffnet wurde - präsentiert Arbeiten aus der städtischen Kunstsammlung ebenso wie Sonderausstellungen (thematisch von der Klassik bis zur Gegenwartskunst angesiedelt) mit Leihgaben aus internationalen Museen.

Das architektonische Projekt maximiert die Ausstellungsfläche von 350 qm auf fast 1200 qm ohne die historischen Elemente des Gebäudes zu zerstören (Burgmauer von Vauban aus 1739, Großbürgervilla von 1871–73, Garten und öffentlicher Park von 1871–78) und schafft dadurch eine neue Balance zwischen der urbanen und natürlichen Situation. Eine Integration wurde erreicht indem die Hälfte des neuen Teiles unterirdisch angelegt wurde und mit einer dynamischen Fassade aus durchsichtigen großanflächigen Blechen aus perforiertem rötlichen Messing verkleidet wurde, das den umgebenden Park stark reflektiert.

Das neue Ensemble, das von der Straße aus durch das Haupttor und den Park über neue Wege erreicht werden kann, ist klar als ein öffentliches Gebäude in einer wunderbaren Landschaft des öffentlichen Parkes zu erkennen.

Die stumpfwinkligen Metallfalten der Fassade und der Dachflächen des Neubaus sind durch die starke haptische Qualität der gewählten Materialien geprägt, die einen Eindruck von Leichtigkeit vermitteln und das Gebäude in die Landschaft integrieren, stark variierend zwischen einem plastischen und einem hoch durchscheinenden Aussehen.

Das neue Gebäude stapelt zwei Ebenen der Ausstellungsräume hinter der Villa, sich erhebend aus dem Fundament auf dem Niveau der Festungsmauer unterhalb der eigentlichen Parkebene. Seine gekippt verschwindenden Kanten wirken wie abstrakte Landschaftslinien, die die hügelige Parklandschaft widerspiegeln.

Die innere Rundgang umkreist stufenförmig gehämmerte Betonflächen, geätzte durchscheinende  Glasfassaden und Eiche-Holzfußböden sowie Treppenfluchten. Die Oberflächen der charakteristischen kahlen Wände wurden mit einem Vorschlaghammer aufgerauht, um so die kleinen Quarzkristalle des Betons zu zeigen, so dass seine Ränder taktil und leicht erscheinen.

Öffnungen in der Fassade schaffen Aussichtspunkte, um den Besuchern die räumliche Orientierung zu erleichtern, und gleichzeitig die Aktivität im Inneren des Museums nahezubringen. Alte und neue Ausstellungsräume wurden in flexible Dauerausstellungen integriert, wobei die innere Eingangshalle als ein Übergang zwischen den beiden Gebäuden fungiert.

Die Galerien (beide Tageslicht- und Kunstlicht-Galerien) in der neuen Erweiterung (insgesamt 11 neue Ausstellungsräume) sind als übergroße Raumfluchten konzipiert. Sie wurden leicht entlang ihrer Längsachse ausgebaut, was zu Aussparungen führte, so dass eine Reihe von speziellen Räumen wie eine Skulpturengalerie, ein Galeriedurchgang, eine Kinderwerkstatt, eine Loggia mit Blick in den Park sowie ein Kabinett mit halbhoher Deckenhöhe und einer groß angelegten Treppe zur unteren Ausstellungsebene angelegt werden konnten. Diese Elemente bestimmen die Choreografie des Museumsrundgangs, verlangsamen das Besuchertempo und ermöglichen, den Blick auf die langsam verschwindende Parklandschaft zu genießen, wobei gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf Details der Texturen und Räume gezogen wird.

Verfasser: 
Philippe Schmit Architects
Eigentümer: 
City of Luxembourg
Fertigstellung: 
2010
Land: 
Luxemburg
Postleitzahl: 
L-2420
Stadt: 
Luxembourg
Straße: 
18 Avenue Emile Reuter
geogr. Breite: 
49.6130203
geogr. Länge: 
6.1224732
Standort: 
Anwendungen: 
Fassaden
Dächer
Gebäudeart: 
Öffentliche Plätze
Kultureinrichtungen
Kupferart: 
Messing
Eigentümer: 
Renovierung
Jahreszeit: 
2011
Kategorien: 
  • FinalistenBesondere Belobigung
Titel: 
Philippe Schmit Architects
Adresse: 

77 Rue D'Anvers, Luxembourg, L-1130

Titel: 
Prefalux SA
Adresse: 
6 Rue de la Gare, L- 6117 Junglinster, Luxembourg