Referenzen

Joseph Pschorr Haus in München, Deutschland

Im Oktober 2013 eröffnete das zwischen Neuhauser Straße, Eisenmannstraße und dem Altheimer Eck gelegene Joseph Pschorr Haus. Der Neubau mit fünf Ober- und vier Untergeschossen ist ein Hybrid aus Wohn- und Geschäftshaus.

Zwischen der kompakten inneren Nutzung und der gegliederten Stadtstruktur im unmittelbaren Umfeld besteht eine Spannung, die Grundlage des Entwurfs ist. Das Geschäftshaus besetzt mehrere historische Parzellen und bildet einen Blockrand an drei sehr unterschiedlichen Straßen.

Baukörper

Das Geschäftshaus ist ein gegliederter Halbsolitär am Blockende: zwei ablesbare Baukörper zu den beiden Hauptseiten als gegensätzliche, heterogene Pole - Bronze-Glas vs. Verputz; Walmdach vs. Staffelgeschoss; geknickt vs. gerundet -
stehen unabhängig voneinander den jeweiligen historischen Bebauungen gegenüber und bilden mit ihnen unterschiedliche Stadträume.

Baukörper Neuhauser Straße

Gegenüber der Alten Akademie wird die platzbildende Eckbebauung durch eine vorgehängte Bronze-Glas-Fassade gebildet, die sich in den Obergeschossen als atektonisches Kleid verschieden breiter Lisenen um den Körper zieht. Im Gegensatz dazu laufen die stehenden Bronzepfeiler des Erdgeschosses nur an fünf Stellen bis zum Dach durch und zeichnen die Parzellenstruktur nach. Die übrigen Pfeiler bilden eine eigene Ordnung im Sockelgeschoss und korrespondieren darin mit dem Attikageschoss, das ebenfalls durch einen eigenständigen Rhythmus aus verschieden breiten Lisenen ausgezeichnet wird. Die Schaufenstergläser im Erdgeschoss und 1.OG fügen sich absolut außenflächenbündig zwischen die Metall-Lisenen und lassen deren Körperlichkeit erst wieder im Innenraum erscheinen.

Baukörper Altheimer Eck

Gegenüber St. Anna wird mit einem tektonischen Massivbaukörper Kontinuität mit der angrenzenden und gegenüberliegenden Bebauung erreicht, ohne diese zu imitieren.  Das Thema der Rückseite mit einer weitgehend blinden Fassade wird durch ein Relief in großer Ordnung erreicht, das nur an wenigen Stellen Fenster aufnimmt, während es überwiegend als Blindfensterstruktur ausgebildet ist. Die Fassade wurde in der Konsequenz massiv als kerngedämmte Stahlbetonfassade ausgebildet.

Fassade Eisenmannstraße

Die ebenso trennende wie verbindende dritte Fassade ist eine reine Blindfassade. Sie wird durch Schaufenster im Sockel und eine hängende Vorhangfassade in flächiger Bronze in den Obergeschossen charakterisiert. Das patinierte Metall ist unregelmäßig gefaltet und bildet ein Relief entlang der engen Eisenmannstraße. Damit nimmt es einerseits Typus und Material der Hauptfassade auf, konfrontiert sich aber andererseits mit dem ebenfalls skulpturalen Relief der verputzten Rückfassade.

Alle Bronzeelemente des Hauses sind aus einem 2mm starken Messingblech der Legierung CuZn37 hergestellt worden. Insgesamt wurden für das gesamte Objekt ca. 45 Tonnen Messing benötigt. Die Bleche haben zum Teil eine Länge von bis zu 4m. Jedes einzelne Blech wurde als fertiges Formstück in einem handwerklichen Verfahren nacheinander in zwei unterschiedliche Bäder mit Brünierflüssigkeit getaucht, zwischendurch von Hand gereinigt, poliert und am Ende mit einer Spezialwachslösung gegen weitere Korrosion geschützt.

Teilen: 

Gebäude

Fertigstellung: 
2013
Land: 
Deutschland
Postleitzahl: 
80331
Stadt: 
München
Straße: 
Neuhauserstraße 19 - 21
Standort: 

Kategorien

Anwendungen: 
Fassaden
Gebäudeart: 
Handel und Gewerbe
Wohngebäude
Kupferart: 
Messing

Architekt

Name, office: 
Kuehn Malvezzi
Address & description: 
Heidestr. 5010557 Berlin

Kupferlieferant

Titel: 
MKM Mansfelder Kupfer und Messing GmbH

Find out more

Birgit Schmitz

Wenn Sie diese Seite nutzen, gestatten Sie den Gebrauch von Cookies. Erfahren Sie mehr dazu unter diesem link.

Akzeptieren