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Weiterführende Schule in Strømmen, Norwegen

Chris Hodson

Diese kompakte weiterführende Schule in Niedrigenergiebauweise für 450 Schüler verwendet eine Verkleidung aus voroxidiertem, profiliertem Kupfer, um ihre besondere Lage herauszustellen. Thomas Landenberg von White arkitekter AB beschreibt den prämierten Entwurf.

Die neue Schule - Bråtejordet skole - liegt in Strømmen, einer alten Industriestadt ca. 20 km nordöstlich vom Osloer Zentrum und gilt als Teil von Greater Oslo. Strømmen lebte ursprünglich von Sägemühlen entlang des örtlichen Flusses und später von der Schwerindustrie. Die Schule wurde auf einer Anhöhe mit abfallendem Ackerland direkt neben einem alten Bauernhaus gebaut. Sie ist das erste Gebäude in einem Neubaugebiet und östlich der Schule wird ein neuer Kindergarten entstehen. Der Ausblick über die offene Landschaft ist eines der Hauptmerkmale des Standorts.

Der Wettbewerbsentwurf wurde „Rammer og Nivåer‟ oder „Rahmen und Ebenen‟ betitelt. Unser Entwurfskonzept war auf eine klar definierte räumliche Hierarchie ausgerichtet. Diese Sequenz von Größer zu Kleiner vermittelt die von den Lehrern und dem Schulleiter geforderte strukturierte Lehrumgebung. Sie definiert klare räumliche Schwellen:

zwischen der Stadt und der Schule – ,Hof'

zwischen Gemeinschaftsbereichen im Erdgeschoss und Einheiten für jede Stufe im Obergeschoss – ‘Plateau’

zwischen den Einheiten – ,Box'

und zwischen den Klassen – ,Raum'.

HOF

Ein bepflanzter ,Filter' mit Bäumen in verschiedenen Höhen definiert den Schulhof. Wenn man diesen Filter durchquert, verlässt man die Stadt und betritt die Schule. Die Dichte und Höhe des Filters ist der Aussicht und der Umgebung angepasst. Der Hof selbst ist in ,Felder' aufgeteilt – entsprechend des landwirtschaftlich geprägten Umfeldes-, die verschiedene Funktionen besitzen, z.B. gibt es Orte der Begegnung in der Nähe des Gebäudes und weiter entfernte Bereiche für Sport und Spiel. Das Gebäude
liegt nahe der Straße, distanziert sich so selbst von dem alten Bauernhof und schützt den Hof vor Straßenlärm. Das in Winkelform gebaute Gebäude schafft außerdem ein warmes und geschütztes Mikroklima im Hof.

PLATEAU

Der Eingang befindet sich auf einem Plateau,  zwei Meter über der neuen Straße, und erzeugt so beim Betreten des Gebäudes einen Wechsel der Ebene. Verschiedene Fachräume – darunter Werkräume, Ateliers und die Bibliothek – sowie Verwaltungsbereiche bilden einen Winkel um den Schulhof und den zentralen Bereich. Dieser zentrale Bereich fungiert als Eingangs- und Versammlungshalle sowie als Aula und Kantine. Dieser Bereich ist extrovertiert, öffentlich und transparent  und stellt die Verbindung mit dem Schulhof nach Süden dar sowie mit der Aussicht nach Norden. Er ist definiert durch raumhohe Verglasung und unterscheidet sich so vom oberen Stockwerk: der Box.

BOX

Die Klassenzimmerebene ist eine erhöhte, introvertierte sog. Kupferbox. In ihr befinden sich verschiedene Lern-, Arbeits- und Konzentrationsbereiche; auch sie bilden einen Winkel um den Hauptbereich. Die drei verschiedenen Stufen befinden sich jeweils in einer Ecke des Gebäudes und jede Stufe hat ihren eigenen Bereich mit einem Lehrerzimmer, einem speziellen Bereich der Begegnung und getrennten Treppen hinunter zur Eingangsebene. Jedes Klassenzimmer ist mit einem kleineren Raum für Gruppenarbeit sowie mit einer Toilette verbunden, so dass die Schüler den Lehrbereich nicht verlassen müssen: eine der Anforderungen des Wettbewerbs.

RAUM

Alle Klassenzimmer sind nach Norden ausgerichtet, so dass direktes Sonnenlicht vermieden wird, aber der Ausblick über die offene Landschaft gewährleistet ist. Hier verbringen Schüler und Lehrer die meiste Zeit. Deshalb haben die meisten Klassenzimmer hohe Decken, die dem eckigen Dach folgen, sowie Betonwände. Beides verleiht den Klassenzimmern einen geräumigen und eigenen Charakter.

Der Auftraggeber wollte eine Schule mit einer Lebensdauer von hundert Jahren. Kupfer bot eine langfristige Fassadenlösung: ein lebendiges Material - das seine Schönheit mit der Zeit entwickelt - kombiniert mit dem Gefühl einer leichten Box, die über dem Plateau schwebt. Die Wirkung der Box aus voroxidiertem Kupfer wird durch passende dunkle Fensterrahmen und Sonnenblenden sowie durch die wiederkehrenden Kupferleibungen über der Eingangsöffnung verstärkt. Während die dunkle Box gut mit der Landschaft harmoniert, steht sie in Kontrast zum hellen Innenbereich mit  weißem Terrazzoboden, der das Plateau bildet.

Das ,grüne Dach' - bedeckt mit Sedumpflanzen zum Sammeln von Wasser - setzt sich aus einer Reihe von Keilformen zusammen, die recht niedrig sind, aber Probleme mit Schnee und Regen vermeiden. Es umfasst eine Reihe langer Oberlichter, die natürliches Licht für den Hauptbereich und die Treppen liefern und ein Gefühl der Verbindung mit der Außenwelt vermitteln. Zusammen mit den markanten Dachformen stellen auch die gewellten Kupferfassaden eine Verbindung zu den alten Industriebetrieben von Strømmen her. Noch wichtiger ist allerdings die Art und Weise, wie das Kupfer das Licht reflektiert, denn die Schüler werden von der nordöstlichen Fassade, die in der Morgensonne leuchtet, willkommen geheißen.

Teilen: 

Gebäude

Eigentümer: 
Skedsmo municipality
Fertigstellung: 
2014
Land: 
Norwegen
Postleitzahl: 
2010
Stadt: 
Strømmen
Straße: 
Bråteveien 61
Standort: 

Kategorien

Anwendungen: 
Fassaden
Paneele
Gebäudeart: 
Bildungseinrichtungen
Kupferart: 
Vor-Oxidiert
Eigentümer: 
Neu

Architekt

Name, office: 
White arkitekter AB

Kupferlieferant

Titel: 
Storo Blikkenslagerverksted AS
Adresse: 
Copper Products: Nordic BrownTM Light

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Birgit Schmitz

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