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Kunstmuseum Ahrenshoop, Deutschland

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based on an article by Klaus Sikora

Bei diesem neuen Museum stellen Staab Architekten Anpassung und Vielschichtigkeit mit einer Verkleidung aus Baubronzeprofilen dar - eine zeitgemäße Transformation der rohrgedeckten Dächer. Die Bronzeprofile verhüllen ein Ensemble aus verschiedenen Gebäuden, die an die örtlichen Bauernhäuser erinnern.

Der Ort Ahrenshoop, der zwischen der Ostsee und der deutschen Salzmarschküste liegt, ist geschichtlich als ehemalige Künstlerkolonie von Bedeutung und heute als beliebter Badeort bekannt. Das neue Kunstmuseum Ahrenshoop wird Kunstwerke ausstellen, die über die Jahre vor Ort hergestellt wurden und eine enge Verbindung mit der Landschaft aufweisen. Das neue Gebäude selber soll ein auffälliger Blickfang und ein Magnet für die vielen Besucher werden, die -besonders im Sommer- durch die Landenge bei Ahrenshoop kommen, um zu den Inseln vor der Küste zu reisen.

Der Entwurf von Staab Architekten wurde von einem alten Foto der Region inspiriert, das eine Gruppe von bauartähnlichen, traditionellen Häusern mit überhängenden Rohrdächern zeigt - offentsichtlich ein Bauerngehöft. Von diesem Bild ausgehend entwickelte sich die Architektur des neuen Museums aus der örtlichen, landschaftsspezifischen Bauweise und läßt die starken lokalen Verbindungen der ausstellenden Künstler mitschwingen.

Ein Ensemble von Häusern

Das Ergebnis ist eine homogenes Ensemble aus fünf, großenteils fensterlosen, Einraumhäusern mit Walmdächern, die unterhalb der Firstlinie abgeschnitten sind - dadurch wird die Belichtung der Ausstellungsräume mit Tageslicht ermöglicht. Die fünf aneinandergefügten Einzelhäuser - komplett aus Stahlbeton errichtet - wurden, wie bei einem traditionellen Dorf, zu einem Ensemble zusammengefasst. Sie zeigen in verschiedene Richtungen und sind durch ein dazwischen gespanntes Flachdach verbunden. Der Gesamtkomplex wurde als skulpturaler Baukörper mit einem zentralen Foyer konzipiert, von dem man in die einzelnen Ausstellungsräume gelangt.

Von Beginn an strebten die Architekten bei der Verkleidung des neuen Museums eine moderne Interpretation der Rohrdeckung der traditionellen Gebäude an. Eine nachhaltige Kupferverkleidung wurde favorisiert, da Kupfer naturgemäß ähnliche Alterungseigenschaften aufweist. Letztendlich entschied man sich für Baubronze, um die Farbveränderungen zu zeigen, die durch Oxidation entstehen, und die die Farbigkeit der traditionellen Rohrdächer widerspiegeln. Anfangs erinnert Baubronze an ein im Sonnenlicht glänzendes Rohrdach. Wie das Reet verändert sich das Metall nach und nach mit Nuancierungen eines grünlichen Brauns, über ein Grau-Braun in ein dunkles Braun-Anthrazit. Diese Farbveränderung entsteht durch die Bildung einer natürlichen Schutzschicht (Patina), die das Material widerstandsfähig und langlebig macht.

Lebendige, profilierte Oberflächenstruktur

Aber die Architekten gingen mit ihrer Analogie noch einen Schritt weiter und suchten eine Oberflächenform, die der Rohrdeckung ähnelt und auch als Gebäudehülle fungieren kann. Dies beinhaltete ein patentiertes Verfahren und eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachuntermehen MN Metallverarbeitung Neustadt. Es wurde ein einzigartiges Blechprofil entwickelt, das die Tiefe und Komplexität einer rohrgedeckten Oberfläche an der vorgefertigten Baubronzefassade aufweist.

Die scheinbar ungeordnete, lebendige und profilierte Oberflächenstruktur zeigt sich durchgängig ohne sichtbare Unterbrechung - selbst am Übergang der Traufen - und wirkt als ob das Ganze aus einem Guss wäre. Das Spiel von Licht und Schatten an den Ecken und Kanten der Bronzeoberfläche verändert die Farbnuancen der Verkleidung. Es ist schon ersichtlich, wie sich die Oberfläche mit der Zeit duch Oxidation farblich verändern wird.

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Gebäude

Eigentümer: 
Kunstmuseum Ahrenshoop
Fertigstellung: 
2013
Land: 
Deutschland
Postleitzahl: 
18347
Stadt: 
Ahrenshoop
Straße: 
Weg zum Hohen Ufer 36
Standort: 

Kategorien

Anwendungen: 
Fassaden
Gebäudeart: 
Kultureinrichtungen
Kupferart: 
Messing
Eigentümer: 
Neu

Architekt

Name, office: 
Staab Architekten

Kupferlieferant

Adresse: 
Copper product: TECU Brass

Awards

Jahreszeit: 
2015
Kategorien: 
Finalist

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