Startseite » Referenzen » Bootshaus am Millstätter See, Seeboden, Österreich
Referenzen

Bootshaus am Millstätter See, Seeboden, Österreich

Das Bootshaus wurde als solitärer Baukörper am Seebodner Seeufer des Millstättersees im Kärnten errichtet. Die Lage des Gebäudes ist geprägt von der Schnittlinie zwischen Land und Wasser, direkt am Fuße eines steil abfallenden Hanges, an dem auch die restlichen Gebäude der Gesamtbebauung situiert sind, welche durch ihre erhöhte Positionen einen maßgeblichen Blick auf die Süd- und Westfassade des Bootshauses haben.

Die spezielle Lage bedeutete einerseits eine komplexe bautechnische Herausforderung, benötigte es doch zur Fundamentierung 10 Meter lange Bohrpfähle, um tragenden Untergrund zu erreichen, die aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben nur mittels Planum und Ölsperre hergestellt werden konnten.

Gelungener Materialmix

Andererseits bedeutete die Lage auch ein wesentliches gestalterisches Element in der Entwicklung des Bauwerkes: der Baukörper unterteilt sich in jene Gebäudeteile die über Wasser und jene die über Land errichtet wurden. Die ursprüngliche Uferlinie lässt sich an der unterschiedlichen Materialität der Fassaden dieser beiden Bereich ablesen. Außerdem stand der Wunsch nach einem gewachsenen und sich im Laufe der Jahre ständig veränderlichen Erscheinungsbild im Vordergrund: so erscheint es als würde das Gebäude, einem Schilfgürtel gleich, aus dem See wachsen, wobei sich die über Wasser errichteten Bauteile vollständig in Holz manifestieren und jene, die auf Land stehen, in eine Fassade aus Kupferstreckmetall gehüllt sind. Beide gewählten Materialien, sowohl die unbehandelte sibirische Lärche als auch die naturbelassenen Kupferpaneele, sind einem natürlichen Verwitterungsprozess unterworfen, der das Gebäude jedes Jahr anders erscheinen lässt, bis das Holz vollständig durchgegraut und die Streckmetallpaneele gänzlich mit der kupfertypischen grünen Patina überzogen ist.

Fassade aus faltbaren Toren

In der Holzfassade wurde darüber hinaus aufgrund des Behördenverbotes, welches einen Außensteg zum Anlegen am Bootshaus an der Westfassade untersagte, ein System aus fassadenintegrierten Faltelementen entwickelt, welche sich im Gegensatz zu den üblicherweise erhältlichen Faltelementen, zu einer vollständig horizontalen, begehbaren Fläche zusammenfalten können. Diese bilden im geöffneten Zustand  an der Westfassade den entfallenen Landesteg, an der Nordfassade im Erdgeschoss die Einfahrtstore zu den drei Bootsliegeplätzen und im Obergeschoss eine Plattform über dem See. Die stufenlos einstellbaren Falttore führen auch zu einem ständig changierenden Gesamteindruck des Gebäudes.

Raumgestaltung

Die räumliche Aufteilung des Gebäudes spiegelt die konsequent funktionale und komfortbezogene Umsetzung des Raumprogramms wider: im Erdgeschoss befinden sich neben den drei Bootsliegeplätzen, je eine für ein Motor-, Ruder und ein Segelboot, auch die dem Außenraum und dem See zugeordneten Wellnessbereiche wie Umkleide, Sauna und Dampfbad. Im thermisch getrennten Obergeschoss befinden sich hingegen die Räume für Solarium, Massage und
Fitnesstraining, sowie eine kleine Teeküche und ein Ruheraum. Abgerundet wird die Raumabfolge durch eine großzügige Dachterrasse, die in ihrer Bepflanzung den Schilfgürtel des Seeufers fortführt. Verbunden sind die drei Geschosse durch ein offenes Stiegenhaus, das symbolisch eine Verbindung zwischen dem Blau des Sees und jenem des Himmels herstellt.

Teilen: 

Gebäude

Fertigstellung: 
2012
Land: 
Österreich
Postleitzahl: 
9871
Stadt: 
Seeboden
Standort: 

Kategorien

Anwendungen: 
Fassaden
Gebäudeart: 
Sonstige
Kupferart: 
Klassik

Architekt

Name, office: 
MHM architects
Address & description: 
Zeltgasse 1A-1080 Wien

Find out more

Birgit Schmitz

Wenn Sie diese Seite nutzen, gestatten Sie den Gebrauch von Cookies. Erfahren Sie mehr dazu unter diesem link.

Akzeptieren