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Musikprobensaal Thannhausen, Deutschland

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hiendl_schineis architekten

Für den Musikverein Thannhausen, der mit seinem Blechblasorchester überregionale Aufmerksamkeit erreicht, und die neu gegründete Musikschule war ein Probensaal zu errichten und das bestehende Musikerheim in eine Musikschule umzubauen.

Ein enger Kostenrahmen – für die Instandsetzung des Musikerheimes und den Neubau des Probensaals standen 300. 000 Euro zu Verfügung – sowie die hohen akustischen Anforderungen führen zu einer Lösung, in der die Hülle alle Funktionen übernimmt – also konstruktives Tragwerk ist, gleichzeitig den Akustikanfoderungen Rechnung trägt und klimatischer Schutz ist. 

Der neue Probensaal wird in den Proportionen ähnlich dem bestehenden Musikerheim durch einen Verbindungsbau, ebenso in Holzbauweise errichtet, an den Bestand angebunden. Das Faltwerk aus Brettschichtholzplatten wird auf bauseits vorhandenen Streifenfundamenten mit einer Filigrandecke errichtet. Die einzelnen Elemente werden im Werk vorgefertigt, vor Ort wird jeweils die äussere Fuge verleimt. 

Die Oberfläche im Inneren bleibt sichtbar, die offene und unbehandelte Struktur des geschliffenen Holzes ist zusätzlich für die Akustik wirksam. Die äussere Hülle bildet eine umlaufende Kupferverkleidung, vorgehängte Elemente folgen der durch die Konstruktion vorgebenen Gestalt. 

An den beiden Öffnungen, die durch ein bewusstes Beenden des Faltwerkes durch Wiederholen einmal des kleinen Elementes auf der Westfassade und des grossen Elementes auf der Ostfassade ausserhalb des fortlaufenden Rhythmuses entstehen, wird eine Posten-Riegel-Fassade eingehängt.

Die Holz-Glasfassade wird durch dien starke Betonung der Riegel in unterschiedliche grosse Flächen aufgeteilt, um den auftreffenden Schall möglichst oft zu brechen.

Das Kupfer

Die in zehn Teilflächen gegliederte Dachfläche wurde in Doppelstehfalztechnik ausgeführt. entgegen der üblichen Praxis wurden die Verbindungsfalze parallel zu den jeweiligen Dachkehlen und Firstabschlüssen angeordnet. Die Falze wurden zusätzlich mit Dichtbändern ausgeführt und an den jeweiligen Fassadenanschlüssen umgelegt.

Die gewünschte Fassadenbekleidung ohne Quer – und Längsfalze wird mit einem speziell entwickelten Kassettensystem umgesetzt. Als Trägerplatte dienen Trapezprofile 30/220/0,75, die an den Längsseiten durch zusätzliche Haltebleche verstärkt werden. Auf diese Trägerplatten werden die Kupferbahnen, mit maximalen Breite von 77cm und einer maximalen Länge von 562cm, vollflächig mit Enkolit – Kleber aufgeklebt.

Die Fussprofile werden den einzelnen Schrägen des Faltwerks jeweils angepasst, und an den Tiefpunkten mit einer Lochung versehen, um eventuell auftretendes Niederschlags- beziehungsweise Kondenswasser sicher abzuleiten.

An den oberen Abschlüssen werden die Dachbahnen mit entsprechendem Überstand aufgekantet und zusätzlich mit 2 mm starken Va-z-Profilen verstärkt. Sämtliche Längsstöße werden mit Eck- und Verbindungsprofilen hinterlegt, die Profile werden jeweils den Innen- und Aussenecken  angepasst. Der Abstand zwischen den Elementen beträgt maximal 5 mm.

Die Fassadenkassetten werden an der Holzunterkonstruktion in mehrere Einhangprofile pro Kassette eingehängt und am Fußpunkt beziehungsweise oberen Ende in die entsprechenden Profile eingefalzt.

Die großflächigen Kupferprofile der Stirnflächenbekleidung wurden direkt auf die Holzkonstruktion verklebt, da Befestigungspunkte möglichst nicht sichtbar bleiben sollten.

Fotos: Eckhart Matthäus

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Gebäude

Eigentümer: 
Musikvereinigung seit 1749 Thannhausen e.V.
Fertigstellung: 
2002
Land: 
Deutschland
Stadt: 
Thannhausen

Kategorien

Anwendungen: 
Fassaden
Fassaden/Kassetten
Gebäudeart: 
Kultureinrichtungen
Kupferart: 
Klassik

Architekt

Name, office: 
hiendl_schineis architekten
Address & description: 
Imhofstr.12 86159 Augsburg

Kupferlieferant

Titel: 
W. Nusser GmbH, Metall- und Blechbearbeitungen
Adresse: 
Piechlerstr. 6, 86356 Neusäss

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Birgit Schmitz

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